Brain

Mein absolut liebstes Lieblingsthema.

Unser Hirn ist mehr als ein paar hundert Gramm wiegender grauer Klumpen. Viel, viel mehr! Unser Hirn ist

unser mächtigstes, nützlichstes und wichtigstes Werkzeug!

 

Die aktuellen und atemberaubenden Erkenntnisse aus der Hirnforschung sind noch relativ jung. Doch sie sind wegweisend! Bisher glaubte die Wissenschaft, dass das Hirn zu einem gewissen Zeitpunkt fertig gebaut ist und dass es danach nur noch abbaut. Dass, wenn das Hirn eines Menschen fertig ausgebaut ist, es nicht mehr veränderbar sei.

 

Weit gefehlt! Erst in den letzten Jahrzehnten hat die Wissenschaft entdeckt, wozu das Hirn fähig ist: Es ist plastisch. Das heisst übersetzt, dass es sich andauernd umbaut und weiterentwickelt. Der Begriff dafür ist die Neuroplastizität. Das Hirn verändert sich sogar dann von selbst, wenn wir unser Leben einfach vor uns hinleben. Jetzt gerade, während du diesen Text liest, beispielsweise.

 

Das Schönste an dieser Entdeckung: Das Hirn kann bewusst verändert und umgebaut werden, wenn wir das wollen. Unser Verhalten hat also Einfluss auf die Plastizität unseres Hirns. Eine ganze Menge Erklärungen und Hacks zu diesem Thema findest du hier, wie auch in meinem neuen Buch 'dein bestes DU'.

 

Das Hirn ist grandios. Es ist ein Wunderwerk. Die Natur hat uns mit einem wundervollen Organ beschenkt, welches wir bewusst einsetzen und dank welchem wir zu unglaublichen Leistungen fähig sein können.

Die Bau-Phasen des Hirns

Beim fünf Wochen jungen Embryo ist das Hirn bereits erkennbar. Ein Baby kommt mit einem vorgefertigten Hirn zur Welt. Nur schon das ist ein Wunder. Jedes Baby hat bei der Geburt eine grössere Menge an Hirn zur Verfügung, als es später brauchen wird. Die Natur stellt somit sicher, dass sich das Baby unter allen möglichen Lebensumständen gut anpassen kann. Nach der Geburt beginnt das Hirn die Masse, welche nicht aktiviert wird, abzubauen. Es bleibt, was gebraucht und eingesetzt wird.

Ein menschliches Hirn ist bei der Frau mit etwa 25 Jahren, beim Mann mit etwa 28 Jahren sozusagen fertig gebaut. Das bedeutet, dass bis dahin das Hirn noch in Entwicklung ist und daher besonders anfällig auf Unfälle, Störungen, Erkrankungen und Medikamente oder andere Substanzen ist.

Die Plastizität – die Veränderlichkeit des Hirns

Ab diesem Alter bleibt das Hirn weiter und dauerhaft veränderlich. Wenn wir etwas Neues lernen, fällt uns auf, dass uns zu Beginn die Aktivität schwerfällt, beispielsweise Squash spielen. Zu Anfang sind wir zu langsam, treffen den Ball nicht richtig, das Spiel erscheint uns viel zu schnell, die Halle viel zu gross. Wir ermüden schnell und finden die ganze Sache gar nicht mal so toll. Doch mit jedem weiteren Spiel/Training erweitern wir unsere Fähigkeiten und lernen dazu.

 

Erleben wir Erfolge und freuen wir uns darüber, werden die Verknüpfungen im Hirn besonders gut angelegt und die Fähigkeit bleibt uns länger erhalten (Gefühle=Dünger). Auf einmal finden wir das Spiel ganz toll, die Bälle treffen wir sicher, die Halle erscheint uns kleiner und das Spiel langsamer, respektive es erscheint uns so, denn jetzt haben wir viel mehr Kontrolle. Weil wir gelernt haben.

 

Es ist genau dasselbe, wie wenn wir Autofahren lernen.

Zu Beginn sind wir überfordert mit allen Sinneseindrücken und Aufgaben, doch mit der Zeit gelingt es uns immer leichter, das Auto zu lenken und zu bedienen. Mit der Zeit setzen wir uns ins Auto und fahren von A nach B, ohne darüber nachzudenken und manchmal sogar, ohne bewusst wahrzunehmen, dass wir gefahren sind.

 

Ein kleines Wunder! Dies geschieht, wenn wir Tätigkeiten so gut im Griff haben, dass sie vom Bewusstsein ins Unterbewusstsein rutschen. Genau wie das Kochen, das Velofahren und alles andere.

Plastizität – Auswirkungen zum Positiven, aber auch zum Negativen

Es hat sich herausgestellt, dass auch Verhaltensweisen sich auf unsere Hirnleistungen auswirken. Je nachdem was wir sagen, was wir denken, was wir fühlen, was wir mit unserem Geist anstellen - alles hat Auswirkungen auf unser Hirn. Wir können uns dies so vorstellen: Wenn wir eine Verhaltensweise neu annehmen, dann bildet sich, bildlich gesprochen, im Hirn vorerst ein kleiner Weg. Wenn wir dieses Verhalten weiter beibehalten, wird dieser kleine Weg zu einer Strasse, dann zu einer Hauptstrasse, dann zu einer Autobahn und wenn wir sehr lange dieses Verhalten beibehalten, entsteht sinnbildlich gesprochen zum Schluss eine 6-spurige Autobahn. Das heisst ganz einfach, dass beim Wiederholen von Handlungen (auch Gedanken und Gefühlen) im Laufe der Zeit eine äusserst starke Prägung stattfindet.

 

Wenn wir also ein neues Verhalten annehmen, dann verstärkt es sich über längere Zeit. Ein positives Verhalten, wie beispielsweise Meditation zu lernen oder Yoga, beginnt mit kleinen Schritten. Ein kleiner Weg entsteht. Wenn wir bei der regelmässigen Praxis bleiben, verstärkt sich das damit verbundene Verhalten, es entsteht die Hauptstrasse. Unser Bewusstsein wächst, wir werden aufmerksamer, bewegen uns womöglich acht-samer, atmen bewusster, nehmen unseren Körper besser wahr und so weiter. Je länger wir dranbleiben, umso mehr wird diese Verhaltensweise zu einer grossen Autobahn und findet in unserem Lebensinhalt Platz und etabliert sich als ein Können. Wir haben unser Hirn bewusst in seiner Plastizität beeinflusst und Neues gelernt.

 

Umgekehrt jedoch, ist es genau dasselbe. Wenn wir depressiv verstimmt sind, sich Frustration einstellt, wir dementsprechend denken, fühlen und handeln, wird ein kleiner Weg entstehen. Im Laufe der Zeit, wenn wir in dieser Stimmung und diesem Verhalten bleiben, wenn wir immer wieder darüber nachdenken, dass es uns nicht gutgeht, dass wir traurig, verstimmt oder depressiv sind, wenn wir beginnen, darüber zu sprechen und unserem Umfeld davon erzählen, entsteht eine Hauptrasse. Je länger wir in diesem Zustand verharren, umso mehr wächst die Strasse und wird zur Autobahn.

 

Du kannst dir auch eine Pflanze vorstellen, die immer und immer grösser wird, die wächst und immer mehr Raum einnimmt. Indem mehr Raum beansprucht wird, wird der Raum des Gegenteiligen – in diesem Fall die Lebensfreude, Begeisterung, Zufriedenheit, beispielsweise – kleiner. Ein Ungleichgewicht entsteht. Das Gleiche gilt für Suchtverhalten. Wenn wir zum ersten Mal über die Stränge schlagen, wird sich dies nicht unmittelbar auf unser Leben auswirken. Tun wir es jedoch immer und immer wieder, installiert sich eine neue Verhaltensweise.

 

Wie wir bereits wissen, wird alles Neue und Unbekannte erstmals mit Widerstand von unserem Hirn angenommen. Je länger und häufiger jedoch dieses Neue und Unbekannte währt, umso bekannter und vertrauter wird es. Und, du ahnst es schon, es rutscht vom Bewusstsein ins Unterbewusstsein und wird dort als Undercover-Programm angelegt.

 

Wir sind uns nicht mehr so sehr bewusst, dass wir uns so verhalten, dass wir beispielsweise immer häufiger schlecht gelaunt sind, unsere Frustration immer mehr zu Tage tritt und wir nur noch negativ, unzufrieden und verärgert über unser Leben denken. Die Spirale nimmt zu, alles erscheint uns als schlecht, unzureichend, frustrierend. Was wir denken, überträgt sich oft auf unsere Worte. Wir jammern, schimpfen, sprechen gereizt.

 

Was wir sagen, überträgt sich auf unsere Handlungen. Wir streiten, obwohl es keinen eigentlichen Grund dafür gibt. Wir tun Dinge, die wichtig und gut wären, nicht. Wir tun Dinge, die nicht gut und unnütz sind. Das wiederum färbt auf unsere Lebensqualität ab. Was als kleines Strässchen begann, wurde zur Autobahn.

 

Um wieder aus der Negativ-Spirale auszusteigen, sich ungute Gewohnheiten abzugewöhnen und neue anzueignen, benötigen wir Aktion. Die bewusste Handlung ist der Schlüssel. Es ist daher sehr wichtig, uns bewusst zu sein, dass unser Hirn ein machtvolles und starkes Organ ist. Genauso, wie wir es uns zu Nutzen machen können, wenn wir bewusst handeln, genauso kann es für uns schädliche Auswirkungen erzeugen, wenn wir nicht bewusst handeln oder ignorieren, dass da etwas nicht gut läuft in unserem Leben.

 

Das gesunde Hirn

In einer Vielzahl von fundierten wissenschaftlichen Studien konnte bewiesen werden, dass wir Einfluss auf die Entwicklung unseres Hirns nehmen können. Selbst auf die Entwicklung des Aufbaus des Hirnes eines Kindes/Jugendlichen.

 

Es versteht sich von selbst, dass jegliche Schläge auf den Schädel gefährlich sind. Jeder Unfall, jede Kopfverletzung, kann schwere Folgen haben, dessen sind sich viele Menschen nicht bewusst. Irreparable Schäden haben entsprechende Folgen für den Menschen, welcher mit diesen leben muss.

 

Andererseits gibt es eine Menge an wundersamen Geschichten über Menschen, welche selbst nach schweren Verletzungen oder Erkrankungen unglaubliche Genesungen erlebt haben. Aussichtlose Diagnose versus mentale Stärke und dem unerschütterlichen Glauben, dass eine Genesung möglich ist. Das zeigt uns, dass das Hirn ein faszinierendes und kostbares Organ ist, welches für so viele Dinge in unserem Körper, unserem Geist und unseren Gefühlen wichtig ist. Wir sollten auf unser Hirn gut achtgeben.

 

Indem wir uns selbst gut Sorge tragen, uns gut pflegen, ausreichend schlafen, uns gesund ernähren und uns mental und körperlich fit halten, legen wir Grundbausteine für ein langes und gesundes Leben. Durch mentale Übungen und Aktivitäten haben wir zusätzlich die Möglichkeit, unser Hirn noch weiter positiv zu beeinflussen und uns vor Erkrankungen, insbesondere im Alter (Parkinson, Demenz, Alzheimer) zu schützen.

 

Im Tab ‘Yummi! Body, Soul and Brain Food’ erfährst du von den Menschen in den sogenannten ‘Bluezones’. Die Bluezones sind Gebiete auf der Welt, 5 davon sind bekannt, wo Menschen besonders gesund langlebig sind und sich mit rund 100 Jahren eines körperlich gesunden und mental störungsfreien Lebens erfreuen, das heisst, sie leiden nicht an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, haben kein Alzheimer und keine Demenz.

 

Ihr Lebensstil, welcher auf sozialer Nähe (Familie, Umfeld), gesunder Ernährung (kaum Fleisch, viel Gemüse, alles regional und unbehandelt), ausreichend Schlaf, täglicher körperlicher Aktivität (stressfrei) und mentaler Gesundheit (Glücklichsein und Dankbarkeit) beruht, zeigt uns, dass ein langes, glückliches und gesundes Leben durchaus möglich ist und nicht von magischen Komponenten abhängt.